Wertschöpfung

Durch ihre qualitätsgesicherten Dienste und Produkte schaffen die Unternehmen nachhaltige Werte für Kunden und Partner sowie langfristige Rentabilität für den Konzern. Der effektive, innovative Umgang mit den Ressourcen trägt dazu bei, den eigenen Beitrag der Kunden zur Nachhaltigkeit zu stärken und kommt zudem der Gesellschaft zugute. Ein einzigartiger Aktivposten bei der künftigen Wertschöpfung ist die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des Konzerns, wobei man in Zusammenarbeit mit Kunden, der Akademie und anderen Kooperationspartnern Lösungen für eine Zukunft mit Kreislaufwirtschaft ausarbeitet und umsetzt.

Recycling spielt eine entscheidende Rolle auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft und sorgt in der gesamten Materialkette für eine enorme Wertschöpfung: vom Produktdesign bis hin zum Recycling und zur Rücklieferung der Rohstoffe an die Industrie.

Die Recyclingunternehmen des Konzerns haben zum Ziel, Mittel und Wege zu finden, mit denen die Restprodukte der Kunden im Hinblick auf die Ressourcen möglichst effizient und wertschöpfend genutzt werden können, damit der Anteil an Material zunimmt, das als neuer Rohstoff Verwendung findet. So erhöht sich der Umweltnutzen, der Kunde forciert sein Umweltengagement und steigert seine Rentabilität. Im Geschäftsjahr wurde das Stena Nordic Recycling Center eingeweiht, die modernste Recyclinganlage Skandinaviens. Sie ist das Ergebnis einer umfassenden Prozessentwicklung, dank der die Ressourcen der Kunden effizienter denn je gemanagt werden können.

INNOVATIVE DIENSTE UND PRODUKTE FÜR HOHE RESSOURCENEFFIZIENZ

Im Geschäftsjahr 2016/2017 haben wir uns verstärkt darauf konzentriert, mit einer Reihe neuer Dienste noch früher in die kundenseitige Wertschöpfungskette eintreten zu können. Stena Recycling in Schweden hat eine neue Abteilung eingerichtet – Nachhaltige Geschäfte. Sie soll Kunden bei ihren Nachhaltigkeitsprojekten unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Kunden wird das Abfallmanagement optimiert, indem man Werte berücksichtigt, die früher nicht als solche wahrgenommen wurden. So werden die Arbeitsplätze beim Kunden verbessert, man spart Zeit, es wird weniger verschwendet, wertvolle Flächen werden frei und der Wert des Abfalls steigt. Der Dienst Design für Recycling bietet Demontageanalysen und Beratung an, wie ein Recycling bereits in der Planungs- und Entwurfsphase konstruktiv berücksichtigt werden kann. 

Stena Oil kooperiert mit seinen Kunden bei der neuen Schwefelrichtlinie, die 2020 in Kraft tritt. Das Unternehmen hat einen neuartigen Treibstoff für lokale Voraussetzungen entwickelt. Das Unternehmen arbeitet mit Ölgesellschaften zusammen an der Entwicklung eines Öls mit niedrigem Schwefelanteil, mit dem die künftigen globalen Grenzwerte eingehalten werden können. 

Stena Aluminium entwickelt Aluminiumlegierungen in Zusammenarbeit mit seinen Kunden und passt sie an deren Bedarf und den Bedarf der kundenseitigen Abnehmer an. In den unternehmenseigenen Testanlagen werden die Rohstoffqualitäten vor dem Legierungsprozess festgestellt und geprüft. Im Laufe des Jahres wurde eine Vorstudie zur Herstellung von Legierungen für Strukturteile eingeleitet, die komplett auf recycelten Rohstoffen basieren. Bei Strukturteilen handelt es sich um Komponenten, die u.A. bei einer schnellen Ereigniskette hohen Belastungen ausgesetzt sind, z.B. Fahrzeugteile bei einer Kollision. 

Das Recycling ist ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft und eine weitere Stufe auf der Abfalltreppe. Im Dialog mit den Kunden, die Stena Technoworld mit Elektronikabfall beliefern, kristallisieren sich neue Bereiche heraus, die sich für das Recycling eignen. Ein Beispiel hierfür sind Prozessoren und andere Computerteile. Im Laufe des Jahres konnten neue Kunden für diese Produkte in Europa, aber auch in Asien gewonnen werden. 

Die digitale Transformation bietet die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Dienste und zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit dem Kunden. In einer Kreislaufwirtschaft ist mehr Transparenz unter den Partnern unabdingbar, und mit einem regen Datenaustausch werden die Kenntnisse von den Geschäften des Kunden vertieft, gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, zu seinem Streben nach Nachhaltigkeit beizutragen. Zahlreiche Kunden von Stena Recycling bedienen sich mittlerweile eines Kundenportals mit u.A einer Abfallstatistik, die ihnen ein ganz neues Bild der Abfallströme vermittelt und Daten für strategische Entscheidungen für Verbesserungen an die Hand gibt.

KOOPERATION ZUR ENTWICKLUNG VON PRODUKTEN UND PROZESSEN

2016 wurde mit New Ventures ein Unternehmen gegründet, das neue Geschäftsmöglichkeiten identifizieren und entwickeln soll, z.B. für die Erfüllung kundenseitiger Bedürfnisse. Als erstes Produkt wird die Repur Bodenplatte auf den Markt gebracht – ein einzigartiges Produkt aus recyceltem Polyurethan von der Dämmung ausgedienter Kühlschränke. Diese Bodenplatte dient zur Isolierung und Entfeuchtung von Immobilien. Repur ist ein gutes Beispiel für die wichtige und erfolgreiche Arbeit an der Umklassifizierung von Abfall zu Produkten.

Ein Beispiel von Stena Recycling ist ProFuel, wobei ein energiereicher Treibstoff aus einer Abfallfraktion gewonnen wird, was früher schwer durchführbar war, und wobei Teile des Materials deponiert wurden. ProFuel wird in Pelletsform geliefert und bietet sich in der energieintensiven Industrie statt neuer Rohstoffe an oder für die Produktion von Fernwärme und Strom. Dieses Jahr hat Heidelberg Cement ProFuel bei der Zementherstellung getestet, wodurch das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsbemühungen in der Richtung weiterentwickeln kann, dass fossile Treibstoffe durch recycelte Treibstoffe ersetzt werden. Im Rahmen eines umfangreichen, erfolgreichen Tests wurden 50 Tonnen ProFuel in der Vergasungsanlage von Chalmers verarbeitet. Mit dem Ergebnis konnte nachgewiesen werden, dass ProFuel künftig als Rohstoff bei der Herstellung neuer Kunststoffe dienen kann. Selbst ein Restprodukt von Stena Aluminium kann jetzt als Produkt verwendet werden, statt dass es auf der Deponie landet. Bei der Herstellung von recyceltem Aluminium entsteht als Abfallprodukt Salzschlacke. Heutzutage wird Salzschlacke blitzgekühlt, um weiteres, in der Schlacke befindliches Aluminium rückzugewinnen. Danach kann die Salzschlacke in einem Prozess zur Herstellung von Synthetikschlacke verwendet werden – ein Produkt, das bei der Stahlproduktion zum Einsatz kommt.

FORSCHUNG FÜR DAS RESSOURCENHANDLING DER ZUKUNFT

Neue Produkte und Materialien stellen höhere Anforderungen an die Hersteller, aber auch an die Recyclingunternehmen, die einen Schritt voraus sein müssen. Durch Trendanalysen lassen sich Verfahren für eine künftige Rückgewinnung entwickeln und die Wertschöpfung erhöhen. Ganz wesentlich für den Erfolg dieser Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten. Stena Metall kooperiert mit einer Reihe führender Hochschulen, und häufig sind auch die Kunden direkt in forschungsrelevante Projekte einbezogen.

An der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg hat der Stena Metallkonzern eine Professur in industriellem Materialrecycling eingerichtet und damit eine Forschungsplattform geschaffen, die international ihresgleichen sucht. Die Professur feierte im Geschäftsjahr ihr 10-jähriges Bestehen. 2016/2017 war der Lehrstuhl mit zwei Professoren und zehn Doktoranden in verschiedenen Projekten und Arbeiten besetzt.

QUALITÄT UND SERVICE IM MITTELPUNKT

In sämtlichen Geschäftsbereichen dreht sich alles um Qualität und Liefersicherheit. Die Arbeit fängt beim Kunden und dessen Bedarf an qualitätsgesicherten Produkten und Dienstleistungen an. 

Die Recyclingunternehmen bieten Sicherheit einschließlich Materialkontrolle in der kompletten Kette. Sowohl Stena Recycling als auch Stena Aluminium haben eigene Labors zur Einhaltung der Vorgaben und Entwicklung neuer Lösungen. Im Stena Nordic Recycling Center arbeitet man derzeit an der weiteren Verbesserung der Laborversuche. 

Für Kunden der Vertriebsgesellschaft Stena Metal International ist die Materialqualität von entscheidender Bedeutung. Es ist extrem wichtig, dass der Kunde den bedarfsgerechten Werkstoff erhält, und die Zusammenarbeit wird durch einen intensiven Dialog mit dem Kunden und Follow-ups ständig weiterentwickelt.

Um die Kompetenzen im Hinblick auf bestimmte Materialien noch auszubauen, hat Stena Recycling im Geschäftsjahr an verschiedenen Standorten in Schweden sog. Material-Center eingerichtet. Hier ist nicht nur das Know-how über die Qualitäten der Werkstoffe konzentriert, sondern auch alles in Sachen Logistik und Technik. Wenn größere Materialmengen an ein und derselben Stelle zusammenkommen, lässt sich leichter in noch bessere Technik investieren und der Materialwert erhöhen. Ein Beispiel hierfür ist eine Aluminiumqualität, die jetzt direkt an Erstwerke geliefert werden kann und so die Nachhaltigkeitsziele eines Kunden erfüllt, der für seine Produktion einen höheren Anteil recycelter Rohstoffe fordert. Für Stena Components als Zulieferer von Industriekomponenten gelten Millimetergenauigkeit und Terminlieferungen. Im Laufe des Jahres hat das Unternehmen in Robotertechnik investiert und seine Prozesse noch weiter verfeinert.

Stena Aluminium und weitere Recyclingunternehmen haben im Zeitraum in neue Materialhallen investiert. Wird das Material drinnen gelagert, ist es vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen geschützt, wodurch bessere Voraussetzungen für Schmelzöfen und Recyclingprozesse gegeben sind.

Im Geschäftsjahr hat u.A. Stena Stål sein Serviceangebot um digitale Dienste erweitert. Jetzt sind Bestellungen noch einfacher, und der Transportweg wurde mit Schwerpunkt auf Just-in-Time-Lieferungen optimiert. Stena Stål begann 2017 auch mit Tests der vieldiskutierten Blockchain-Technik und wertet derzeit aus, ob sie sich als Mittel zur Echtheitsprüfung der vom Unternehmen gelieferten Produkte eignet.

IM BLICKPUNKT: BEREICH WERTSCHÖPFUNG

  • Erschließung neuer Bereiche, die sich für Recycling eignen.
  • Feststellung neuer Produkte zur Umklassifizierung von Abfall zu Produkt.
  • Fortführung von Projekten zur gesteigerten Materialrückgewinnung von Kunststoffen.
  • Sicherung einer noch effizienteren Materialrückgewinnung und verstärktes Recycling von Lithium-Ionen-Akkus.
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